Freitag, 13. August 2010

Nachdem wir heute morgen gefrühstückt hatten, leihten wir uns Schnorchelausrüstung aus und gingen zum Strand, wo das Motorboot auf uns wartete, welches uns direkt zu dem Katamaran fuhr, der nur 200 m vom Strand entfernt im Wasser lag. beim Schnorcheln konnten wir alle möglichen Fsche und Wasserlebewesen beobachten. Das Wasser war eisig, sodass ich es schaffte mir mitten in der Karibik eine Erkältung zu holen. Manchmal fuhren wir mit dem Katamaran zu irgendwelchen Sandbänken weiter, an denen eine Leiter ins Wasser gestoßen wurde. Pier und ic sprangen immer von dem Boot aus ins Wasser und beobachteten auch da, wo das Wasser dunkel war jede Menge Fische.

10.6. 2009 Ankunft in Caracas

Waehrend des Fluges von Frankfurt nach Caracas saß ich neben einer netten Venezuelanerin, die mich fragte, warum ich als 14-jaehriger Deutscher nach Venenzuela reise. Ich antwortete, dass ich einen Austausch mit einer deutschen Schule machen wuerde und sie wusste sofort, dass das Colegio Humboldt, die Schule von Pier, meinem Austauschschueler, gemeint war. Als wir gelandet waren, wurde ich als sogenannter "U.M." von einem kleinen Venezuelaner zu meiner Gastfamilie begleitet. Mir fiel auf, dass viele Menschen im Flughafen, vermutlich wegen der Schweinegrippe, einen Mundschutz trugen. Außerdem schien mir der Flughafen ziemlich sicher, wenn ich auch vor der Kriminalitaet am Flughafen sowie in ganz Caracas gewarnt wurde.
Auf dem Weg zu meiner Gastfamilie bemerkte ich, dass Caracas von vielen Bergen umgeben war und sogar selbst auf einem lag. Andererseits sah ich schon die Huetten der aermsten Bewohner von Caracas, nämlich die "Slums", die in Mengen auf manche Berge gebaut waren und in Venezuela "Ranchitos" genannt wurden. In den Straßen war staendig Stau und ein paar Menschen kamen mit Sueßigkeiten, Getraenken oder anderen Dingen, um sie an die wartenden Autofahrer zu verkaufen. Zwischendurch fuhren Uniformierte oder junge Venezuelaner auf Motorraedern durch die Autoreihen. Caracas besteht zum groeßten Teil aus ziemlich haesslichen Hochhaeusern und bis auf die "Slums" waren die meisten Haeuser und Wohnungen mit Stacheldrat und hohen Mauern gesichert. Genauso auch das Haus, in dem die Wohnung war, wo Pier mit seiner Familie lebte. Aus dem Wohnzimmerfenster von den Consanis kann man ganz Caracas ueberblicken und das Haus liegt am Fuße eines Berges, der wie alle anderen Berge dort mit gruenen Baeumen ueberwuchert ist, die aus der Ferne wie Broccoli aussehen. Außerdem arbeitet im Haus von Pier eine Frau namens Nelly, die sich um den Haushalt kuemmert. Nachdem ich meine Sachen ausgepackt hatte, und zu Abend gegessen hatte, fiel ich dann muede ins Bett, da es nach deutscher Zeit schon 3 Uhr morgens (oder noch spaeter) war...

11. 6. 2009 Das Colegio Humboldt

Heute bin ich um 6 aufgestanden, da die Schule hier in Venezuela um 7 Uhr beginnt. Nachdem ich mit Pier Cornflakes gefruehstueckt hatte, zog ich die Schuluniform des Colegio Humboldt an, welche eigentlich nur aus einem hellblauen Polo-Hemd mit dem Schullogo und einer Jeans sowie Schuhen nach Wahl besteht. Auf dem Weg nach unten traf ich die Nachbarin von Pier, die Mariana heißt. Am Anfang ging ich davon aus, dass sie kein deutsch spricht. Doch ihre Schüchternheit legte sich im Laufe meines Aufenthaltes, sodass sich herausstellte, dass sie besser deutsch spricht als Pier. Pier hatte fast alle Faecher bis auf Venezuelanische Geschichte, Spanisch und Geografie auf deutsch und sprach auch dementsprechend gut deutsch. Die Schule war sehr gut gesichert. Auf der Strasse vor der Schule stauten sich die Autos der Eltern, die ihre Kinder in die Schule brachten. Mit einem gelben Schild, das man unter die Windschutzscheibe legt, wird man in die Schule gelassen und darf vorfahren, um sein Kind rauszulassen. Dann fuhr man wieder aus dem gesicherten Vorhof der Schule raus ohne zu parken oder ein Fuss auf die Strasse zu setzen. Das geordnete Vorfahren wurde von Maennern in blauen Polohemden mit der Aufschrift "Seguridad" geregelt, die jeweils ein Funkgeraet hatten. In der Schule traf ich Piers Freunde, die aber anfangs noch zu gehemmt waren, um mich anzusprechen. In der ersten Stunde hatten wir deutsch und Pier erklaerte mir, dass das Schuljahr schon fast vorbei sei und sie nichts mehr machen wuerden ausser einem Schuelerzeitung-Projekt. Die Deutsch-Lehrerin sprach mich auch bald an und erklaerte mir, dass die Venezuelaner wegen der mangelnden Sicherheit in Caracas viel weniger Freiraum haetten und sie deshalb zu allen moeglichen "technischen Errungenschaften" kaemen. Ausserdem erzaehlte sie, dass das oeffentliche Leben in Einkaufszentren, wo Bowlingbahn, Kinos usw. sind, stattfaende und das man siech nur mit dem Auto in Caracas bewegen sollte. Wir hatten an diesem Tag auch Musik bei einem deutschen Musiklehrer namens Hr. Obermann der die Klasse ueberhaupt nicht im Griff hatte. Waehrend Pier "Imagine" auf dem Klavier spielte und Lucy, ein lustiger Franzose, laut Schlagzeugs spielte, versuchte der Lehrer mit den restlichen Schuelern "Smells Like Teen Spirit" zu singen. Am Ende der Stunde war ein Stuhlkreis und die venezuelanischen Schueler warfen Hr. Obermann, der mir uebrigens Leid tat, vor, er habe die Klasse nicht unter Kontrolle und sei Schuld an dem ganzen Chaos...
Um 14.15 wurden wir von Piers Vater abgeholt. Piers Vater kommt aus Italien und sprach, wie ich spater erfuhr, eine Mischung aus Spanisch und Italienisch, was auch der Grund war, warum ich ihn ueberhaupt nicht verstand.

12.6.2009 Mein zweiter Schultag

Heute Morgen war im Bio-Unterricht eine Erdbebensimmulation, bei der sich alle unter die Tische setzen und dann aehnlich wie bei einem Feueralarm in Deutschland das Schulgebaeude verlassen und sich auf dem Sportplatz treffen mussten. Waehrend wir auf dem Sportplatz standen traf ich den Biologie-Lehrer, der Theo Schuetz den Austausch ermoeglicht hatte. Heute schrieb Pier eine Arbeit in venezuelanischer Geschichte, was einer der wenigen Faecher auf spanisch ist. Der Lehrer war ein kleiner Venezuelaner (die Venezuelaner sind nicht besonders gross), der als er mich sah, so tat als wuerde er erschrecken und mit einem starken Akzent "Was ist das?" rief. Einer der Schueler aus Piers Klasse heisst Yuri und ist ziemlich seltsam. Er erklaerte mir, dass er an den spanischen Faechern nicht teilnehme und obwohl die Venezuelaner versuchten ihn zu integrieren, reagierte er wuetend oder veraergert, wenn sie mit ihm redeten. Außerdem notierte er jedes Mal, wenn einer der Schueler seinen iPod oder gar Handy blicken liess. Ansonsten ist der Unterricht in Venezuela viel undisziplinierter als in Deutschland: Die venezuelanischen Lehrer werden z.B. geduzt und die Schueler stehen waehrend des Unterrichts einfach auf oder spielen Fussball. Die Venezuelaner in Piers Klasse sind sehr offen und nett und ein paar haben Grosseltern oder Vaeter und andere Verwandte in Deutschland. Ausserdem habe ich heute mit ein paar von ihnen Fussbal gespielt, wobei einige eher weniger gut spielen, was wahrscheinlich daran liegt, dass die Venezuelaner nur in der Schule die Moeglichkeit haben irgendwelche Sportarten auszuüben und dadurch eher weniger z.B Fussball spielen. Ausserdem haben wir heute in der Englischstunde den Film "Australia" auf englisch gesehen. Heute Abend haben Ich und Pier bei Mariana Twilight auf Englisch mit spanischen Untertiteln gesehen und ich erfuhr, dass Mariana den Film schon 5-Mal gesehen hatte...

13.6.2009 La Guaira

Heute Morgen sind wir mit Piers Nachbarin und seinem Vater zum Strand gefahren. Auf dem Weg dorthin habe ich erneut, ausser den Slums viele Uniformierte gesehen, die Maschienenpistolen trugen (MP5). Leider unterschätzte ich die starke Sonne, sodass ich mir einen Sonnenbrand holte.
Am Abend war die Geburtstagsparty von einem Maedchen namens Karin aus Piers Klasse, die 15 jahre alt wurde, was wohl ein besonderer Anlass hier in Venezuela ist. Sie feierte in einem "Club", wobei die Venezuelaner eine ziemlich andere Vorstellung von einem Club haben als wir in Deutschland. Ein "Club" war eine gesicherte Zone, in der Fussballplaetze, Schwimmbad und Restaurants waren. Zum Abendessen gab es viel Fleisch und Pommes; das Fleischstueck war ungefaehr so gross wie ein Sofakissen und ich schaffte noch nicht einmal die Haelfte, sodass ich es Lucy überließ, einem Jungen aus Piers Klasse, der ausser Claudia, einem Maedchen aus Piers Klasse, der einzige war, der eben ausser Pier noch auf der Geburtstagsfeier eingeladen war. Ausserdem war noch ein Maedchen da, das mir erzaehlte, dass es einen Austausch nach Deutschland gemacht hatte...Zum Nachtisch gab es Torte. Nach dem Essen spielte ich mit Lucy und Pier sowie mit irgendwelchen Venezuelanern, von denen ein paar auch auf dem Colegio Humboldt waren, Fussball, was sehr viel Spass machte.
Ein paar Venezuelaner riefen immer "Aleman", wenn sie den Ball von mir haben wollten. Einer der Venanzuelaner, der auch wie Pier deutsch lernte und auf der Geburtstagsfeier von Karin eingeladen war, fand es unheimlich lustig, immer wenn ich an den Ball kam, laut "FICKEN" zu schreien, damit ich den Ball verliere. Nachdem wir lange Fussball gespielt hatten, holte Piers Vater uns ab und fuhr uns nach Hause.

14.6.2008 Der Avila

Heute Morgen wollten ich und Pier den Avila, den hoechsten Berg in Caracas besteigen. Man hatte auch die Moeglichkeit mit der Seilbahn hochzufaren, doch wir entschieden uns heute zu Fuss zu gehen. Beim Berg waren sehr viele Leute und der Weg hinauf war auch gut begehbar. Der Wald auf dem Berg erinnerte mich sehr an einen Regenwald und Pier meinte, dass man dort auch viele Tiere beobachten koennte. Auf halbem Weg fand man eine Kaskade ("Cascada"), an der jede Menge Leute waren und sich unter ihr duschten, ihre Fuesse in das Wasser hielten oder einfach auf den Steinen sassen. Manche badeten sogar in dem Wasser und nutzten die kleinen Becken wie ein Freibad. Nachdem wir kurz auf Piers Vater gewartet hatten, der nachkommen wollte, stiegen wir weiter den Berg hinauf und hatten von oben einen tollen Blick auf Caracas und den Privatflughafen von Chavez und ich aergerte mich, dass ich meinen Fotoapparat vergessen hatte. Der Aufstieg war wegen der Hitze und der Luftfeuchtigkeit ziemlich anstrengend, lohnte sich jedoch. Am Abend gingen wir noch in ein Einkaufszentrum namens "Sambil", das voellig ueberfuellt war. Eigentlich wollten wir eine Karte fuer mein Handy kaufen, welches ich jedoch vergessen hatte. Also fuhren wir wieder nach Hause und gingen schlafen...

15.6.2009 Leichtathletik

Heute Morgen mussten sich wieder alle Schueler in einer Reihe aufstellen und es wurde die venezuelanische Hymne gespielt. (Montags wird die venezuelanische und Freitags die Deutsche gespielt.)
Ausserdem hatten wir Informatik, bei der ich bei msn chattete und Biologie, was wir schwaenzten und stattdessen, wie in fast jeder Pause Fussball mit ein paar von Piers Klassenkameraden spielten. Ausserdem blieben wir bis fuenf Uhr in der Schule, weil Pier Leichathletik hatte, worauf er aber verzichtete, weil ich mein Sportzeug vergessen hatte. Deswegen unterhielten wir uns also mit Piers Nachbarin und noch ein paar Maedchen aus der siebten Klasse. Pier schien in der siebten Klasse ein Gott zu sein, worueber sich die anderen aus seiner Klasse auch lustig machten.... Um fuenf wurden wir abgeholt und ich hatte das Gefuehl, dass Pier seine Mutter anlog und erzählte, er würde Leichtathletik machen, doch ich verstand es nicht so genau. Ansonsten passierte an diesem Tag nicht mehr viel.

16.6.2009 La clase de espanol

Heute hatten wir Sport und haben zwei Stunden Fussball gespielt. In den venezuelanischen Schulen gibt es ein Notensystem von 1 bis 20, in dem 20 die beste Note ist. Ausserdem hatte ich heute meinen ersten privaten Spanischunterricht und wurde deswegen schon frueher von Piers Vater von der Schule abgeholt. Die Spanisch-Lehrerin war sehr nett und begann ihre Stunde damit mir auf spanisch zu erzaehlen, dass sie lange in Berlin gelebt hatte und die Berliner ganz anders als die Venezuelaner seien. Ausserdem schimpfte sie auf die Regierung und erklärte, dass Caracas sehr "peligroso"sei, während sie eine Pistole immitierte.Übrigens kommt Piers Vater aus Italien und seine Mutter aus Kolumbien. Piers Onkels und Tanten mütterlicherseits sind quer über den Globus zerstreut und leben in Italien, Australien oder Abu Dhabi...

17.6.2009 La Nueva Influenza

Als wir heute in die Schule kamen, erzaehlte uns Lucy, dass in den Nachbarklassen Faelle von Schweinegrippe gefunden wurden und die Klassen deswegen inQuarantaene gesetzt wurden und zu Hause bleiben "müssen". Die meisten fingen an dumm zu niesen und zu huste, um die Anderen zu verarschen. In der ersten Stunde hatten wir Physik und die Klasse erfuhr, dass die Chemie- und Physikarbeit verschoben werden mussten, da diese Arbeiten eigentlich mit den anderen Klassen geschrieben werden sollten, worauf die Klasse ziemlich ausrastete. In der Chemiestunde bekamen alle ein Zettel, auf dem stand, dass alle, die Symphtome der Schweinegrippe haetten am Donnerstag und Freitag die Moeglichkeit haben zum Artzt zu gehen und der Unterricht deswegen an diesen Tagen ausfallen wuerde. Die letzten beiden Stunden liessen wir also wegen der "Schweinegrippe" ;-) sausen und liessen uns noch mit Nicolas und Max, zwei anderen Jungs aus der Klasse, von Piers Vater abholen, welcher uns alle zum Haus von nicolas fuhr. Fuer Pier und die Anderen war Nicolas' Haus etwas ganz besonderes, weil die meisten nur eine Wohnung hatten und nicolas ausserdem von der PlayStation2 bis zur xBox alles hatte, was man brauchte. Anfangs spielten wir Fussball auf der Strasse, was nur moeglich war, weil das Haus von Nicolas in einer Strasse lag, die am Anfang von einer Schranke und einem Wachtposten gesichert wurde.Doch beim Fussballspielen rollte uns der Ball immer gegen ein Auto, bei dem die Alarmanlage immer anging und eine alte Dame sich aus dem Fenster lehnte und schimpfte, worauf Max versuchte sie zu beruhigen. Beim zweiten mal als der ball das Auto traf, versteckten Pier und Ich uns hinter einem Baum, waehrend Max erneut mit der alten Dame sprach und "Disculpame" rief. Beim dritten Mal rannten wir schliesslich einfach weg und spielten stattdessen auf der XBox "Rainbow Six Vegas" bis wir von Piers Eltern abgeholt wurden.

20.6.09 Puerto La Cruz

Heute sind wir um 7 aufgestanden, um möglichst schnell nach Puerto La Cruz zu kommen, wo wir eine Nacht uebernachten wuerden, um am naechsten Tag die Faehre zur Isla Margarita zu nehmen. Wir fuhren ohne wirklich zu wissen, wo der Weg war und es gab auch keine richtige Autobahn mit Schildern, auf denen der Weg angezeigt war. Pier und sein Vater kaempften sich durch Fragen den Weg bis Puerto La Cruz durch, was ein bisschen muehsam war, weil die Venezuelaner immer etwas erzaehlten, auch wenn sie nicht den Weg wussten. Der Weg war aber sehr schoen. Nachdem wir die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatten, sahen wir einen Mann, der ein Affen auf dem Arm hielt und andeutete, dass er ihn verkaufen wollte. Pier bat seinen Vater anzuhalten und wir sahen uns den Affen namens "Capuccino" an und streichelten ihn. Pier wollte den Affen eigentlich kaufen, doch sein Vater hielt ihn davon ab. Als wir dann in Puerto La Cruz waren, suchten wir mit Hilfe von irgendwelchen Venezuelanern, die mehr oder weniger den Weg wussten, das Hotel. Schliesslich fanden wir das Hotel dann, welches genauso wie unser Hotel in Margarita ein venezuelanisches Fuenf-Sterne Hotel war. Wir wurden von einem Hotelangestellten mit einem Golfwagen zu unserem Zimmer gefahren. Die Klimaanlage in dem Hotelzimmer erinnerte mich an die Air Conditions in Amerika. Pier und ich beschlossen schwimmen zu gehen und wollten eigentlich auch Tennis spielen, doch der Tennisplatz war geschlossen.

21.6.09 Die Faehre zur Isla Margarita

Heute Morgen um 8 ging unsere Faehre und wir mussten um 4:50 aufstehen, da wir um 6 an der Faehre sein sollten. Dazu kam noch, dass Piers Vater immer besonders pünktlich sein musste. Die Faehre war ziemlich gross und bestand aus einer Art Garage im unteren Teil, wo die Autos abgestellt wurden und einem Raum mit Sitzen an den Fenstern oder Sitze mit Tischen, wo sich die Passagiere aufhalten konnten. Die Fahrt mit der Faehre dauerte ungefaehr 3 Stunden und wir kamen um 11 an der Isla Margarita an. Schon der Blick aus den Fenstern auf den Strand bei der Isla Margarita war traumhaft. Wir fuhren also an Land und erfuhren, dass unser Hotel namens LagunaMar auf der anderen Seite der Insel lag. Die Autobahn zum Hotel erinnerte mich an einen amerikanischen Highway, da die Landschaft aus Kakteen und ein paar wenigen Straeuchern bestand. Zum Hotel fuehrte eine schmale Strasse, die in die Pampas zu fuehren schien. Am Anfang der Strasse stand ein kleines Haeuschen mit Schranke, in dem ein Mann sass, der mich fuer einen Amerikaner hielt. Piers Vater fluchte schon "LagunaMar de Coño", doch der Weg fuehrte uns schliesslich zu einer riesigen Hotelanlage, dessen Hotels in "Sur" und "Norte" aufgeteilt waren. Wir waren im suedlichen Teil und hatten fuer ein venezuelanisches Fuenf-Sterne Hotel ein einigermaßen ausreichendes Zimmer. Pier und ich beschlossen erst in einem Schwimmbad mit Rutsche schwimmen zu gehen und fuhren schließlich mit einem Auto mit Haenger und Plaetzen fuer die Hotelbewohner, das einen ueberall hinfuhr, zu den Tennisplaetzen. Es spielten gerade zwei aeltere Herren und wir wollten uns Baelle und Schlaeger bei dem Tennishaeuschen leihen doch wir erfuhren, dass der Zustaendige gerade im Schwimmbad sei und aergerten uns. Doch wir hatten Glueck, denn die alten Maenner hoerten gerade auf und gaben uns ihre geliehenen Tennisschlaeger. Wir spielten bis es dunkel wurde und machten uns zu Fuss auf den Weg. Auf dem Weg kam mir, Pier und seinem Vater eine kleine Venezuelanerin entgegen, die mich ansah und sagte, dass ich so gross sei. Pier entgegnete, dass ich erst 14 jahre alt sei, worauf die Frau mich ansah und sagte: "Dame un beso". Die Frau gab mir ein Kuss auf die Wange und ich roch eine starke Alkoholfane, woraus ich schloss, dass die Frau ziemlich besoffen war. Dann fragte sie Pier wer der Mann dort sei und Pier antwortete, dass es sein Vater sei, worauf die Frau fragte, ob er mit seiner Mutter hier sei. Pier verneinte und die Frau fragte Piers Vater, ob er Single sei. Piers Vater verneinte und die Frau entgegnete: "Wenn du Single bist, ruf mich an"...
Wir gingen alle ein bisschen verwundert ueber die Dame zurueck zum Hotel, assen zu Abend und schliefen.

22.6.2009 Der Strand

Heute Morge gab es das koestlichste Fruehstuck, das ich je gegessen habe. Es gab alles, was das Herz begehrt. Von Ruehrhei bis Bacon usw. Nachdem wir gegessen hatten, fuhren wir mit einem der Autos zum Strand, der toll war. Am Strand gab es eine Bar, an der man alles zu trinken bestellen konnte, was man wollte. Dieser Service war schon bezahlt und man war durch ein gelbes Armband, das wir beim Einchecken bekommen hatten, gekennzeichnet. Nach dem Abendessen beschlossen wir in dem Schwimmbad direkt vor dem Hotel (1 von 7 auf der Hotelanlage) zu baden, da es noch ziemlich warm und total leer war, weil es schon dunkel war. Als wir uns wieder umgezogen hatten, wollte Pier eigentlich in die Disco, um Reaggeton zu tanzen, was mich irgendwie ein bisschen wunderte, doch wir gingen zu einer Show, bei der die Mrs. LagunaMar gewaehlt wurde.

23.6.09 Conejeros

Heute Morgen besuchten wir einen Markt, namens "Conejeros", wo irgendwelche Haendler von T-Shirts bis USB - Sticks so ziemlich alles verkauften. Der Markt war in einer Art Halle und ich vermisste die "aire acondicionado". Die Haendler warben sehr um ihre Angebote. Dort war z.B. ein Restaurant und wenn man ausstieg, kam sofort ein Mann, der sagte, dass sie das beste Fruehstuck auf der Insel haetten, was ich nach dem Frphstück im LagunaMar aber stark bezweifelte. Danach besschlossen wir wieder zum Hotel zu fahren und dort im Schwimmbad zu schwimmen, bevor wir an den Strand fuhren, wo die Sonne noch zu stark war. Nachdem wir am Strand gewesen waren, fuhren wir in ein Einkaufszentrum, in dem wir uns 2 Stunden aufhielten. Fuer die Venezuelaner sind Einkaufszentren sehr wichtig, doch das einzige, was mich dort interessierte, war der Sportladen. Am Abend gingen wir wieder zu einer Show...Diesmal wurde der Mr. LagunaMar gewaehlt und ein etwas pummeliger Typ gewann, da das Publikum es anscheinend lustig fand. Der Moderator war damit jedoch sichtlich unzufrieden. Nach der "Show" fuhren wir wegen Pier noch in die Disco, die sich als sehr oede herausstellte. Es waren 4 Leute anwesend, von denen niemand tanzte. Also fuhren wir zurueck zum Hotel und packten unsere Sachen fuer dieAbreise am naechsten Tag. Ausserdem guckten wir noch ein bisschen Greys Anatomy, was hier auf englisch mit spanischen Untertitel laeuft, wodurch die Serie hier auch schon viel weiter, als in Deutschland ist.

24.6.09 "Ciao Isla Margarita"

Heute war der Tag unserer Abreise und wir mussten um 10 bei der Fähre sein. Als Piers Vater an der Rezeption stand, forderte Pier mich auf zum Auto zu gehen, was für mich kein SInn machte, da Piers Vater ja an der Rezeption stand und auch noch ein bisschen zum Auschecken brauchte. Am Auto angekommen, traute ich meinen Augen nicht. Pier fuhr das Auto vom Parkplatz vor das Hotel ohne mit der WImper zu zucken.
Heute war ein besonders heisser Tag und die Hitze war fast unerträglich. Die Fähre kam ein bisschen später als erwartet und man musste in einer Straße, in der viele Händler und Imbissstände waren, darauf warten, dass man die Fähre befahren konnte. Nach der Fahrt mit der Fähre kamen wir in Puerto La Cruz an, von wo wir direkt weiter nach Caracas fuhren. Pier erklärte mir, dass in Venezuela wenig auf die Verkehrsregeln geachtet wird und es keine Geschwindigkeitsbeschränkungen gibt. Darum konnte Pier auch mit 15 Auto fahren. Auf dem Rückweg fuhren wir mit 140 über eine holprige "Autopista". In Caracas angekommen teilte uns Piers Mutter mit, dass die Schule am nächsten Tag wieder ausfallen würde, da es zwei weitere Fälle von Schweinegrippe gab, aber ich freute mich weniger, weil die Schule interessanter war, als zu Hause rumzusitzen. Außerdem sollte man sich sowie so nicht darüber freuen, dass irgendwelche Schüler die Schweinegrippe haben...Inzwischen ist mir klar geworden, dass es viele Unterschiede zwischen dem venezuelanischem und dem "normalen" spanisch gibt. So sagen die Venezuelaner z.B. "caro" statt "coche" und benutzen nie die "Vosotros" also die "Ihr-Form". Als ich z.B einmal Pier und einen anderen aus seiner Klasse fragte: "Adónde váis", guckten die beiden mich wie Autos an und sagten, dass es "Adónde van" hieße. Außerdem sagen die Venezuelaner auch "Ciao" statt "Adiós".

27.6.09 Caracas

Heute gingen wir ein weiteres Mal auf den Avila, der für die "Caraceños" so etwas ist wie fuer die Zehlendorfer der Schlachtensee. Oben auf dem Berg ist das Hotel Humboldt. Eigentlich wollte ich bis ganz oben doch Pier konnte nicht mehr und wir machten uns auf den Rückweg, der total ätzend ist, da die Knie sehr weh tun, wenn man die ganze Zeit bergab läuft. Außerdem fuhren wir wieder in das Zentrum von Caracas, wo der Verkehr kaum auszuhalten war. Niemand fährt in Caracas Fahrrad, da der Benzinpreis so billig ist und es in Caracas nur hoch und runter geht. Außerdem ist es auch eine Gefahr sich frei auf der Straße zu bewegen und ohne Auto ist man wie ich später erfuhr in Caracas ziemlich "angepisst". In einem Einkaufszentrum, das wahrscheinlich deswegen so wichtig für die Venezuelaner ist, da es eine öffentliche sichere Zone bietet, sah ich, dass bei den Preisschildern jeweils der Preis in Bs.F und Bs. angegeben war. Anscheinend hatte Venezuela Probleme mit einer Inflation, worauf eine neue Währung eingeführt wurde. Ein neuer Bolivar sind tausend alte. Deswegen gab es z.B 1.000 Bolivar - Münzen, von denen ich auch eine mit nach Hause bringen werde. Außerdem fiel mir auch auf, dass die Preise in Venezuela, wenn man mit dem normalen Wechselkurs rechnete viel zu hoch waren...

28.6.09 Transformers 2

Heute Morgen frühstückten wir in einer panadería, da Nelly, die Hausfrau der Consanis am Wochenende nicht da war. Nach dem Früstück gingen Pier und seine Mutter in "eine metaphysische Yogastunde" oder so etwas, wo sie "Engel kontaktierten". Auf jeden Fall fiel mir auf, dass Piers Mutter sehr spirituell war, da ich z.B. Bücher wie "The Human Aura" oder "Como trabajar con los ángeles" in der Wohnung fand.
Außerdem gingen wir am Sonntag, nachdem wir ein hirnrissiges Spiel auf der Playstation gespielt hatten, ins Kino, welches in einem EInkaufszentrum war. Wir entschieden uns "Transformers 2" zu gucken, der in englisch mit spanischen Untertiteln lief. Die Story war ziemlich fürn Arsch aber es war ein sehr guter Actionfilm...

29.6.09 Schulalltag

Heute wurde in der Schule am Morgen wieder die venezuelanische Nationalhymne gespielt, die nicht so Ernst wie z.B. in den U.S.A. genommen wird. Niemand legt also die Hand auf die Brust oder singt mit. Außerdem wurde ein Mädchen aus Piers Klasse 16, worauf die miesten neidisch waren, da man mit 16 Auto fahren konnte. Lucy meinte zu mir, dass ich mich auch einfach so in ein Auto setzen könnte und wenn die Polizei mich kontrollieren will, müsste ich einfach sagen, dass ich mein Führerschein auf dem Klo vergessen hätte. Und wenn die Polizisten damit nicht zufrieden wären, müsste ich einfach 40 Bs. rausrücken... Mit anderen Worten ist die Polizei in Venezuela wie ich auch schon von anderen hörte ziemlich korrupt...Heute hatten wir auch Geschichte, wo ich immer mit Chicho zusammensitzen musste. Chicho nervte mich meistens mit irgendwelchen bescheuerten Fragen und ich sagte ihm immer, was er sagen sollte, wenn die Lehrerin Fragen stellte...Nach der Stunde sagte mir die Lehrerin, dass ich nicht so viel mit Chicho reden sollte, sondern ihm lieber helfen solle, da er es brauchen würde...

30.6.09 Die Taxis

Heute Morgen wurde ich von irgendeinem bescheuerten Vogel geweckt, den ich aber nicht näher kennenlertnte. Ansonsten hatten wir heute wieder einen ganz normalen Schultag, an dem die meisten Lehrer so kurz vor den Ferien nichts mehr machen. Das liegt auch daran, dass manche Lehrer nicht mit den temperamentvollen Venezuelanern klarkommen. So sitzen wir bei den meisten Fächern einfach in der Klasse rum, hören iPod oder machen sonst etwas. In manchen Fächern stehen jedoch noch Arbeiten an, weswegen Pier heute französich schrieb. Heute hatten wir außerdem wieder Sport, wo wir nur Fußball spielten. Ich wurde am Nachmittag von Nelly mit dem Taxi abgeholt, da ich Spanischunterricht hatte. Das Taxi war im Prinzip ein Schrotthaufen auf Rädern. Die Taxis hier eigentlich auf den Schrott und würden in Deutschland schon wegen dem TÜV, den es hier in Venezuela auch nicht in anderer Form gibt, gar nicht mehr fahren.

1.7.09 Kein Wasser

Als ich heute Morgen aufwachte erfuhr ich, dass wir kein Wasser hätten und konnte mich nicht duschen, wodurch meine Haare im Laufe des Tages ziemlich fettig wurden. Heute schrieb Pier seine Chemiearbeit, vor der die ganze Klasse ziemlich Schiss hatte. Ich hatte keinen Bock die Chemiearbeit freiwillig mitzuschreiben, da ich den Großteil schon wieder vergessen hatte. Hr. Tannen, der Biologielehrer fragte mich, warum ich die Arbeit nicht mitschreiben wolle, wo ich das Thema in Deutschland doch schon längst gehabt hätte und es als Widerholung sehen könne...Ich verzichtete jedoch darauf, da ich wenig Lust hatte mich mit einer venezuelanischen 1 zu blamieren. Heute Abend fuhren wir in das Haus von Piers Tante mütterlicherseits, um zu duschen. Sie lebte mit ihrem Mann Jesus in einem kleinerem Apartment in Caracas...

2.7.09 Die Physikarbeit

Heute schrieb ich in der Schule freiwillig eine Physikarbeit mit, die weniger anspruchsvoll war. Ich bewundere die Humboldtschüler dafür, dass sie solche Arbeiten in einer Sprache schreiben, die sie nur in der Schule sprechen und die ohnehin schon nicht leicht ist. Die Schüler, die entweder deutsche Eltern haben, in Deutschland gelebt haben oder sogar dort aufgewachsen sind, sind daher die Besten in der Klasse.

4.7.09 Die Geburtstagsfeier von Piers Tante

Heute fuhren wir nach La Guaira zum Strand, der diesmal viel schöner war als letztes Mal. Das Wasser war sehr klar und es gab schöne, hohe Wellen, die noch höher als in Ogracoke waren. Wir blieben eine ganze Weile am Strand. Als wir vom Strand zurückfuhren, sahen wir eine "Manifestación" von Chávez und Pier und sein Vater zeigten den Stinkefinger auf den Lastwagen mit Chavez - Anhängern und fluchten. Am Abend fuhren wir in das Haus von einer anderen Tante von Pier mütterlicherseits, die Geburtstag hatte. Dort trafen wir auch Patricia und Jesus wieder, bei denen wir am Mittwoch zuvor geduscht hatten. Die andere Tante von Pier hatte einen Ehemann der farbig war und aus Barbados kam. Zu Beginn wurde über die Schweinegrippe in der Schule geredet und Piers Tante erzählte, dass sie kurz zuvor im Fernsehen gesagt wurde, es gäbe nur 1 Fall der Schweinegrippe in Caracas, obwohl schon allein 4 auf dem Colegio Humboldt waren. Später wurde auf Chavez geschimpft und über die Temperatur in verschiedenen Teilen der Welt geredet. Ich merkte, dass ich schon eine ganze Menge verstand. Der Mann von dem Geburtstagskind sprach übrigens englisch mit mir, was auch schön war. Schon fast am Ende der Feier wurde für jeden ein Sektglas bereitgestellt und die Venezuelaner sangen ausgelassen ihr Geburtstagslied zu dem man klatscht. Das Geburtstagslied wird SEHR laut gesungen und die deutschen Geburtstagslieder sind nichts dagegen. Man singt irgendetwas mit "Hay que noche tan precioso, todos llenos de alegría, este noche es tu día" und "feliz cumpleanos, cumpleanos"... Währenddessen wird jeder einmal fotografiert: Pier und Ich, Pier und Ich mit dem Geburtstagskind usw. Später war Jesus ziemlich borracho (besoffen) und während man über Jesus, Maria und Gott diskutierte, teilte er mit, dass Jesus (der mit den Latschen) schwul gewesen sein muss, weil er keine Frau gehabt hat.

5.7.2009 El Wuaraira Repano

Heute wollten wir mit der "Teleférico" auf den Wuaraira Repano fahren, doch als ich aufwachte, regnete es. Pier und ich wollten mit der Seilbahn fahren doch Piers Mutter meinte, es sei Schwachsinn, weil man dann von oben nur Nebel sähe. Stattdessen wollte sie in ein Einkaufszentrum fahren, das mich nicht wirklich interessierte...Schließlich fuhren wir doch mit der Seilbahn und zum Glück lichtete sich der Nebel auch schon. Bevor wir losfuhren schärfte mir Pier dauernd ein, dass ich ein Pullover mitnehmen müsse, da es auf dem Berg ja so kalt sei, was lächerlich war. Oben war es warm genug, um noch ein T-Shirt zu tragen und trotzdem trugen manche Leute Daunenjacken. (Mich würde interessieren wie diese Venezuelaner in Deutschland im Winter rumlaufen würden!)
Auf dem Berg war außerdem eine Halle mit einer Eisbahn untergebracht, auf der wir gleich 20 Minuten Schlittschuh liefen...Ich aß auch außer Churro den besten Cachapa, den ich bis jetzt in Venezuela gegessen habe. Bevor wir wieder hinuterfuhren guckten wir noch das Hotel Humboldt an, welches angeblich als Universität für Menschen, die im Hotel arbeiten wollen, dient.

6.7.2009 Der Gedichtwettbewerb

Heute fiel leider Informatik aus und stattdessen fand ein Gedichtwettbewerb auf deutsch statt, bei dem ein paar deutsche Lehrer die Jury bildeten. Es wurde z.B. das Gedicht "Die Bürgschaft" von Schiller vorgetragen. Die Vorstellung war grottig, da das deutsch entweder zum Kotzen war oder die Darsteller dauernd lachen mussten. Die Jury verkündete am Ende, dass es keinen Sieger geben würde, da alle ungefähr gleich gut gewesen wären. Die Wahrheit war jedoch, dass kein Mitglied der Jury einen Sieger wollte, da man bei keinem der Darsteller etwas verstehen konnte. So bekam jeder einen Gutschein für die Kantine...Die Venezuelaner klatschten übrigens ohrenbetäubend laut, obwohl ihnen auch klar war, was für ein Mist ihnen geboten wurde...

8.7.2009 La noche musical

Heute Morgen sagte Pier zu seiner Mutter, dass wir Sport machen würden. Kurz darauf erklärte er mir jedoch, dass wir einfach so ein bisschen länger in der Schule bleiben würden, worauf ich ihn darauf ansprach, was er gerade seiner Mutter auf Spanisch erzählt hatte und ob er überhaupt manchmal Leichtathletik machen würde. Er sagte nur: "Ja, ich mache Leichtathletik...", und erhob sich vom Tisch. Heute, am Mittwochabend, war außerdem die Noche musical, bei der die meisten Klassen ein eingeprobtes Lied oder Musikstück aufführten...Die 9e2, also die Klasse von Pier, trat aber nicht auf, da sie sich schlecht benommen hatte und Hr. Obermann, ihr Musiklehrer, sauer auf sie war. Die Klassen traten in Form von sehr großen Bands auf, die manchmal aus zwei Schlagzeugen, Gitarre, Trommel oder zwei Keyboards bestanden. Von Klasse zu Klasse wurde manchmal nur auf dem Keyboard oder auf der Gitarre 3mal der selbe Ton geklimpert oder richtig gut gespielt. Bewundernswert war, dass bei jeder Band auch ein Sänger oder eine Sängerin dabei war, die immer richtig sang. Am Ende des Abends hatte ich fast das Gefühl, das jeder Venezuelaner singen kann. Außerdem wurde auch vor der Bühne gatanzt...

9.7.2009 Schwänzen

Heute haben wir im Musikunterricht das Phantom der Oper angeguckt. Währenddessen schlich sich Piers halbe Klasse raus, um zu schwänzen. Schwänzen bedeutet hier nicht, dass man nach Hause geht, sondern das man Fußball auf dem Sportplatz spielt oder bis zum Ende der regulären Schulzeit auf dem Schulhof rumhängt.

10.7.2009 ohne Auto...

Heute Nachmittag wollten wir eigentlich "Paintball" mit Piers Freunden spielen doch Piers Vater brauchte das Auto. Das zeigt, wie abhänging man hier in Caracas von einem Auto und einem "Fahrdienst" ist.

11.7.2009 Die Party

Heute war eine Party von einem Mädchen namens Sophie, die zurück nach Deutschland gehen würde. Pier und Ich fuhren mit Mariana und ihrer Freundin zu der Party...Wir gingen auf die Party und verließen sie wieder, ohne irgendeinen Kontakt mit der Gastgeberin gehabt zu haben, was mich sehr wunderte. Die Party fand im Haus und Garten von Sophie statt und es lief sehr lauter Reaggeton, was eigentlich meiner Meinung nach nur spanischsprachiger Hip Hop ist. Eigentlich tanzen relativ wenig Gäste, obwohl Pier behauptet hatte, dass alle tanzen würden...An diesem Abend merkte ich jedoch, dass Pier einer der wenigen Jungen aus seiner Klasse war, die tanzten...Als wir schon länger auf der party gewesen waren kamen zwei Mädchen, die mir unbedingt zeigen wollten wie man in Venezuela tanzte und das Tanzen klappte dann eigentlich auch ganz gut. Ich dachte eigentlich, dass ich mich beim ersten Mal tanzen blamieren würde und war ganz erleichtert. Nach der Party fuhren wir mit Marianas Mutter zu einer Art venezuelanischem Starbucks, wo wir ein Oreo - Milchshake tranken...

12.7.2009 Einkaufszentrum "Cascada"

Heute fuhren wir in ein Einkaufszentrum namens Cascada, das nur ein wenig von Caracas entfernt lag. Den Namen trug das "Centro Comercial" aufgrund einer Kaskade, die sich am Anfang des EInkaufszentrums befand . Im Einkaufszentrum war ein Tiergeschäft, in dem kleine Hundewelpen, welche mir sehr Leid taten, in Plastikglas - Gehegen, die Aquariumgröße hatten, gehalten wurden. Außerdem gab es noch ein Auto - Scooter auf dem Dach des Einkauszentrums, welches Pier und Ich sehr genossen...

13.7. und 15.7.2009 Die Schule neigt sich dem Ende zu

Am Montag war ein Fußballturnier in der Schule und die meisten Lehrer kamen noch nicht einmal mehr zum Unterricht. Wir pokerten oder spielten andere Kartenspiele. Wir gingen schon nach der 6. Stunde.

16.7.2009 Los Roques

Heute morgen standen wir schon um 5 Uhr morgens auf, da wir um 7:30 zu einer Insel namens Los Roques fliegen würden, die etwa 166 km von der Venezuelanischen Küste entfernt lag. Am Flughafen dauerte es ein bisschen bis wir endlich unser Ticket bekamen, da es ein bisschen kompliziert mit den ganzen Einverständniserklärungen war, da kein Mitglied der Consani - Familie, sondern eine Freundin von Marleny mit uns reiste. Diese nahm außer uns noch ihre 3 Töchter mit, von denen 2 schon erwachsen waren und ihre Freunde mitgenommen hatten. Wir flogen mit einer sehr kleinen Propeller - Maschine, die von einer sehr berühmten Fluggesellschaft namens LTA war. Das Einsteigen in das Flugzeug verzögerte sich ein bisschen, weil ein Passagier vorher in das Flugzeug gekotzt hatte und die Kotze erst noch weg gewischt werden musste...Die Crew des Flugzeugs bestand nur aus dem Piloten und einer Stewardess. Der Flug dauerte eine halbe Stunde und es gab öfters Turbulenzen...Der Flughafen auf Los Roques war nur eine Beton - Landebahn und mehr eigentlich nicht. Ein Mann von dem gleichen Unternehmen, dem auch das Flugzeug gehörte, zeigte uns unsere Unterkünfte. Kurz darauf fuhren wir mit einem Motorboot zu einer anderen Insel...
Das Motorboot setzte uns auf einem Katamaran ab, in dem Badezimmer waren und man zu mittag essen konnte! Der Strand war traumhaft und leer...Das Wasser war glasklar und der Sand weiß wodurch er die Sonne stark reflektierte und der Meeresgrund sehr gut sichtbar war. An Bord des Katamarans waren ein paar junge Venezuelaner, die für das Wohl der Gäste verantwortlich waren. Von ihnen wurden wir immer wieder vor der starken Sonne gewarnt, die hier brannte...2 Tage auf Los Roques reichten mir eigentlich, da die Hitze auch unerträglich werden konnte. Caracas hat übrigens nur ein angenehmeres Klima, da es in 900 m. Höhe lag. Wir konnten uns während des Aufenthalts zum Glück sehr frei bewegen und bekamen von marlenys Freundin nur gesagt, wann wir uns morgens usw. treffen würden.